Die allgemein als „Knopflochchirurgie“ bekannte Laparoskopie bietet neben den kosmetischen Vorteilen, auch die Vorzüge einer raschen Genesung, geringerer Schmerzen und selteneren Wundinfekten. Sämtliche Eingriffe (Gallenblasenentfernung, Leistenbruchoperation, Blinddarmentfernung) werden von uns im Sanatorium/Spital in dieser Technik vorgenommen.

Minimal invasive Chirurgie

 

Schon immer wurde der Erfolg einer Operation an zwei wesentlichen Faktoren festgemacht. Zum einen, und dem wohl zentralen Punkt, ging es um die Heilung der zugrunde liegenden Erkrankung, denn die Chirurgie hat die Möglichkeit mit dem Messer zu heilen. Und zum zweiten begutachtete man immer die Narbe. War diese schön, klein und gut verheilt, wurde die Operation als erfolgreich bewertet. Vielleicht also war dieser zweite Punkt eine der Triebfedern in der Entwicklung der sogenannten „Knopflochchirurgie“, im Fachjargon „minimal invasive Chirurgie“ bzw. „Laparoskopie“ genannt. Mit kleinen, oft kaum sichtbaren, Schnitten kann mittlerweile ein Großteil der Operationen erfolgreich durchgeführt werden. Allerdings ist es nicht die Kosmetik alleine, die dieser Methode einen unvergleichlichen Siegeszug in der Chirurgie ermöglichte.

Der „Vater“ der modernen Laparoskopie, Kurt Karl Stefan Semm konnte auf eine Feinmechanikerausbildung zurückblicken, bevor er als Gynäkologe der Laparoskopie zu ihrem Durchbruch verhalf. Durch seine technische Ausbildung gelang es ihm auch, Instrumente zu entwickeln mit deren Hilfe Operationen über kleine Schnitte erst möglich wurden. Anfangs wurde er für diese Neuentwicklung noch an den Pranger gestellt, 2002 aber wurde ihm der „Pioneer in Endoscopy“ award zu Teil, eine der höchsten Ausbildungen der amerikanischen Gesellschaft für gastroenterologische und endoskopische Chirurgie.

 

Vor- und Nachteile der laparoskopischen Chirurgie

 

Das heutzutage die allermeisten Operationen mittels Knopflochchirurgie durchgeführt werden hat aber mehrere Gründe als „nur“ die Kosmetik. Patientinnen und Patienten profitieren nach einer laparoskopische Operation von einer deutlich kürzeren Rehabilitationszeit, weniger Schmerzen und einem, infolge der kleinen Schnitte, geringeren Infektionsrisiko. Der hohe apparative Aufwand dieser Operationstechnik, bei der neben Monitoren, Kameras und speziellen Operationsinstrumenten auch Gasinsuflator, Lichtquelle oder Spülsystem eingesetzt werden, ermöglicht es die Patientin oder den Patienten früh zu Mobilisieren und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus reduzieren zu können. Aufgrund des geringeren Traumas für die Bauchdecke ist eine frühzeitige Vollbelastung möglich. Diese ist beispielsweise nach einer laparoskopischen Leistenbruchoperation bereits nach zwei Wochen gegeben. Der Tastsinn allerdings, ist bei der Knopflochmethode weniger gut verwendbar als bei der offenen Operationsmethode, bei welcher das Gewebe unmittelbar mit den Händen angegriffen und gespürt werden kann. Auch kann es aufgrund starker Verwachsungen im Bauchraum durch Voroperationen notwendig sein, auf eine offene Operationsmethode zu wechseln, oder diese gleich von Anfang an zu planen. Schließlich kann es auch in seltenen Fällen aufgrund schwerer Grunderkrankungen, vom Narkosearzt die Empfehlung geben, nicht laparoskopisch zu operieren.

Grundsätzlich wird heutzutage die minimal invasive Chirurgie international als der Goldstandard für die allermeisten Operationen angesehen.

 

Die Methode

 

Wird mit einer Patientin oder einem Patienten die Entscheidung getroffen mittels Knopflochtechnik den geplanten Eingriff durchzuführen, wird dieser, bei entsprechender Narkosetauglichkeit, in Vollnarkose durchgeführt. Um der Operateurin oder dem Operateur auseichend Platz im Bauchraum zu verschaffen wird ein Gas in den Körper eingelassen, dessen Druck über einen Insuflator aufrechterhalten wird. In weiterer Folge werden Operationshülsen, sogenannte Trokare, durch die Bauchdecke eingeführt, über welche mittels der speziellen Instrumente sowie einer Kamera die Operation durchgeführt werden kann.

Die häufigsten allgemeinchirurgischen laparoskopischen Eingriffe sind die Gallenblasenoperation und die Versorgung eines Leistenbruches. Bei der Gallenblasenoperation wird die, zumeist steintragende Gallenblase, im Leberbett aufgesucht. Der Gallenblasengang und die, die Gallenblase versorgende, Arterie werden mit Titanklipps abgeklemmt und verschlossen. Danach wird die Gallenblase aus dem Leberbett herausgeschält und über einen der kleinen Hautschnitte geborgen. Im Falle einer laparoskopischen Leistenbruchoperation, auch TAPP (TransAbdominelle Präperitoneale Plastik) genannt, wird der Leistenbruch von innen her aufgesucht. Die Bauchhaut wird eröffnet und nach Rückverlagerung des Bruches ein Netz eingelegt, welches ein Wiederauftreten verhindert. Danach verschließt man die Bauchhaut von Innen und die einzig sichtbaren Narben bleiben von den drei kleinen Schnitten am Nabel und im rechten und linken Mittelbauch. Neben diesen häufigsten laparoskopischen Operationen werden noch viele weitere, wie die sogenannte Fundoplikatio bei Refluxerkrankungen, Darmoperationen oder bariatrische Operationen (Operationen bei schwer übergewichtigen Patientinnen und Patienten) mittels Knopflochtechnik durchgeführt.

 

Heutzutage gilt die Laparoskopie als der Goldstandard in der Allgemeinchirurgie und hat wesentlich dazu beigetragen, dass Patientinnen und Patienten nach Operationen rasch wieder auf den Beinen sind. Die geringeren Schmerzen und das überlegene kosmetische Ergebnis unterstreichen den großen Vorteil dieser Methode.